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Donnerstag, Dezember 11, 2025

DIE HISTORISCHE FATMA-SULTAN-SIBYAN-SCHULE (GRUNDSCHULE)

Die von der Stiftung für Türkiye-Studien genutzten Gebäude -ein dreistöckiges Holzhaus und ein zweistöckiges Mauerwerk- stammen aus dem 16. Jahrhundert.
Nach dem Werk Hadîkatü’l Cevâmi des osmanischen Chronisten Hüseyin Ayvansarâyî (†1787) ließ Fatma Sultan (†1553), die Tochter von Sultan Yavuz Selim, diese Gebäude als Sıbyan-Schule (Grundschule) errichten. Fatma Sultan war die Ehefrau des Großwesirs Kara Ahmed Paşa (†1555). Ein weiteres bekanntes Stiftungswerk von Fatma Sultan ist die nach ihr benannte Fatma-Sultan-Moschee, ein kleines Nachbarschaftsgebetshaus aus dem 16. Jahrhundert im Istanbuler Stadtteil Topkapı. Obwohl es nur wenige Archivdokumente über das Leben von Fatma Sultan gibt, sind einige Unterlagen erhalten, die sich auf die Stiftungen und Wohltätigkeitsbauten ihres Ehemannes, des Großwesirs Kara Ahmed Paşa, beziehen.

In einem zwischen 1912 und 1914 erstellten Bericht eines Inspektors des Bildungsministeriums (Maarif Nezareti) wird festgehalten, dass die Schule damals noch aus einem gemauerten und drei hölzernen Klassenräumen bestand und zusätzlich über eine Kantine sowie Nebengebäude verfügte. Das Gebäude diente später zeitweise der Halk Fırkası (Volkspartei) und wurde in jüngerer Zeit als Polizeiwache von Karagümrük genutzt. Die Sıbyan-Schule wurde von der Generaldirektion für Stiftungen (Vakıflar Genel Müdürlüğü) restauriert und wird seit Januar 2023 als Hauptsitz der Stiftung für Türkiye-Studien genutzt. Die Stiftung für Türkiye-Studien ist eine Denkfabrik, die sich auf Forschung mit dem Schwerpunkt Türkiye konzentriert.
In ihrem Rahmen werden Bildungs-, Forschungs- und Publikationstätigkeiten durchgeführt.
Auf diese Weise wird die historische Funktion der Fatma-Sultan-Sıbyan-Schule als Bildungs- und Lehreinrichtung wiederbelebt und in der Gegenwart fortgeführt.