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Sonntag, April 19, 2026

Das Dreieck Israel–Griechenland–Zypern und die Lieferung des BARAK-MX-Systems

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Das Dreieck Israel–Griechenland–Zypern und die Lieferung des BARAK-MX-Systems

Stellen Sie sich ein Land vor, das zur Sicherung seines Fortbestands Wissen und Technologie in Bezug auf den Einsatz von Macht produziert und mit diesem Wissen seine Umgebung kontrolliert, um seine Existenz und Sicherheit zu gewährleisten. Seit seiner Gründung im Jahr 1948 hat Israel, das auf einem Gebiet von 22.072 km² gegründet wurde und gegen neun Staaten mit einer Gesamtfläche von etwa 4 Millionen km² kämpfte, durch sein Konzept der vorausschauenden und offensiven Verteidigung seine Sicherheit behauptet. Um in den 1950er Jahren seine Sicherheit weiter zu stärken und die Isolation in seiner Region zu überwinden, hat Israel im Rahmen einer aktualisierten Version seiner Peripherie-Strategie-Doktrin eine strategische Zusammenarbeit mit der Republik Zypern (griechisch-zypriotische Verwaltung, GKRY) eingeleitet, um seine geopolitischen Interessen gegenüber den Anrainerstaaten des östlichen Mittelmeers und insbesondere gegenüber der Türkei zu schützen und zu festigen.

Große Spiele auf einer kleinen Insel

Aufgrund ihrer geografischen Lage befindet sich die östliche Mittelmeerregion auf der Handelsroute, die den Osten und Westen der Welt miteinander verbindet, und steht im Zentrum des regionalen Wettbewerbs, der sich um entdeckte Energiequellen, Seehoheitsgebiete und Sicherheitsarchitekturen formt. In diesem Zusammenhang gilt die Insel Zypern, die nach Sizilien und Sardinien die drittgrößte Insel im Mittelmeer ist, als das Herz des östlichen Mittelmeers.

Abgesehen davon, dass der östliche Mittelmeerraum ein zentrales Element der strategischen Gleichgewichte im Nahen Osten, auf dem Balkan und in Nordafrika darstellt, hat die Bedeutung des östlichen Mittelmeers – und damit auch Zyperns – durch die Größe der in der Region entdeckten Kohlenwasserstoffvorkommen weiter zugenommen. Das östliche Mittelmeer wird nicht nur ein wichtiger Knotenpunkt für den Energietransfer sein, sondern sich zugleich zu einem Energiezentrum entwickeln.

Östliches Mittelmeer und Zypern | Anadolu Agency

Darüber hinaus ist Zypern nicht nur ein Stützpunkt für die Mächte, die in die Krisengebiete des Nahen Ostens eingreifen wollen, sondern seine Lage ermöglicht auch den Einsatz von Luftstreitkräften in weit entfernten Regionen. Dies erhöht die strategische Bedeutung der Insel für die Vereinigten Staaten, die Europäische Union (EU), das Vereinigte Königreich, China, Frankreich, Russland und Israel sowohl auf globaler als auch auf regionaler Ebene noch weiter.

Israel, das mit politischer und militärischer Unterstützung der Vereinigten Staaten nach dem 7. Oktober Angriffe durchführte und dadurch die Länder der Region weitgehend handlungsunfähig machte, hat seine Sicherheitsstrategien gegenüber der in den letzten Jahren wachsenden Präsenz und dem zunehmenden Einfluss der Türkei im östlichen Mittelmeer und auf Zypern intensiviert – in enger Zusammenarbeit mit seinen strategischen Partnern und Verbündeten, der griechisch-zypriotischen Verwaltung und Griechenland.

In diesem Zusammenhang haben die bilateralen Beziehungen zwischen Israel und der griechisch-zypriotischen Verwaltung, die 2010 trotz der ungelösten Zypernfrage mit dem Abkommen über die Abgrenzung der ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) einen bedeutenden Schritt gemacht hatten, in den letzten fünf Jahren durch verstärkte militärische Aktivitäten und die Beschaffung von Rüstungsgütern eine neue Dimension erreicht. Diese Entwicklungen stellen eine ernsthafte Bedrohung für die Sicherheit der Türkischen Republik Nordzypern (TRNZ) und der Türkei dar.

Zuletzt hat die Lieferung des israelischen Luftverteidigungssystems BARAK MX an die griechisch-zypriotische Seite im Rahmen ihrer Aufrüstungsaktivitäten diese Bedrohung deutlich sichtbar gemacht. Diese Situation erinnert an den Vorfall von 1997, als die griechisch-zypriotische Seite das russische S-300-Luftabwehrsystem bestellte, es jedoch aufgrund des starken militärisch-diplomatischen Drucks der Türkei nicht geliefert bekam.

S-300-Luftverteidigungssystem | Anadolu Agency

Die Krise um das S-300-Luftverteidigungssystem

Nach der von der Türkei durchgeführten Friedensoperation auf Zypern unterzeichneten die griechisch-zypriotische Verwaltung und Griechenland am 16. November 1993 eine gemeinsame Verteidigungsdoktrin. Im Rahmen dieser Doktrin wurde betont, dass die griechisch-zypriotische Verwaltung und Griechenland einen integrierten Verteidigungsraum bilden und dass Griechenland im Falle eines möglichen Angriffs der Türkei auf Südzypern die Insel verteidigen und einen solchen Angriff als Kriegsgrund betrachten würde.

Dieses Abkommen, das einen wichtigen Schritt in der Strategie Griechenlands darstellte, die Region über Zypern zu kontrollieren, sah gemeinsame Ausbildungs- und Übungsmaßnahmen zwischen der zyprischen Armee und den auf der Insel stationierten griechischen Einheiten vor. Außerdem sollte Griechenland bei der Beschaffung militärischer Systeme eine entscheidende Rolle spielen.

Einer der konkretesten Schritte im Rahmen der gemeinsamen Doktrin kam nach der Imia Konflikt von 1995/1996 im Jahr 1997 von der griechisch-zypriotischen Verwaltung (GKRY). Gemäß dem von der GKRY eingeführten fünfjährigen Aufrüstungsprogramm sollte der Flughafen in Paphos so modernisiert werden, dass Kampfflugzeuge dort landen können, und zudem sollten die Hafeninfrastrukturen erneuert werden, um die Stationierung griechischer Kriegsschiffe zu ermöglichen.

Die von Griechenland eingeleiteten Aufrüstungsmaßnahmen stellten jedoch eine erhebliche Belastung für die griechische Wirtschaft dar, deren Folgen in den 2000er Jahren mit dem Ausbruch der Finanzkrise deutlich sichtbar wurden.

Die bedeutendste Entwicklung nach der Unterzeichnung der Verteidigungsdoktrin ereignete sich, als die griechisch-zypriotische Seite das S-300-Luftverteidigungssystem aus Russland beschaffen wollte. Um die Luftherrschaft im östlichen Mittelmeer gegenüber der Türkei zu sichern und eine der größten Schwächen der zyprischen Streitkräfte – das Fehlen eines effektiven Luftverteidigungssystems – zu beheben, wurde der Erwerb dieser Systeme priorisiert.

Zwischen der griechisch-zypriotischen Verwaltung und Russland wurde am 5. Januar 1997 ein Abkommen über die Lieferung der S-300-Systeme unterzeichnet. Diese Systeme stellten mit ihrem leistungsstarken Suchradar (300 km Reichweite), Feuerleitradar (150 km Reichweite) und ihren Langstreckenraketen mit einer Reichweite von 150 km keine Bedrohung für Zypern selbst, sondern eine ernsthafte Bedrohung für die Türkei dar.

Buk-M1-Luftverteidigungssystem der Nationalgarde der griechisch-zypriotischen Verwaltung | Anadolu Agency

Die Türkei reagierte auf diese Situation mit der Erklärung, dass sie dies als Kriegsgrund betrachten würde. Der damalige türkische Verteidigungsminister Turhan Tayan erklärte am 14. Januar 1997, dass „die Stationierung der S-300-Systeme im Süden Zyperns bedeuten würde, dass ein wesentlicher Teil der griechischen Einkreisungsstrategie verwirklicht sei, und dass alle notwendigen Maßnahmen ergriffen würden, um eine solche Möglichkeit zu verhindern.“

Nachdem es gelungen war, die Lieferung dieser Systeme an die griechisch-zypriotische Verwaltung zu verhindern, kaufte Griechenland die S-300-Systeme von der griechisch-zypriotischen Seite und lieferte im Gegenzug russische TOR M1-Kurzstrecken-Luftverteidigungssysteme (mit einer Reichweite von 15 km) an die Zyprer.

Darüber hinaus beschaffte die griechisch-zypriotische Verwaltung nach der Krise im Jahr 1998 im Rahmen eines dringenden Bedarfs das russische Buk M1-2-Mittelstrecken-Luftverteidigungssystem (mit einer Reichweite von 40 km).

Nach der Reaktion der Türkei sah sich Griechenland gezwungen, die erworbenen S-300-Systeme auf der Insel Kreta zu stationieren.

Die S-300-Systeme auf Kreta werden aktiviert

Griechenland begann, die lange Zeit ungenutzten S-300-Systeme zunächst durch die Aktivierung ihrer Radarsysteme wieder in Betrieb zu nehmen und nutzte sie, um Luftfahrzeuge der türkischen Luftstreitkräfte zu verfolgen. Nach Gesprächen mit Russland wurde das System vollständig operationell aktiviert, und die griechische Armee führte am 13. Dezember 2013 den ersten Testabschuss mit dem S-300-System durch.

Es könnte gesagt werden, dass die derzeit aktiven Systeme zeitweise türkische Kampfflugzeuge durch Radarerfassung und Zielaufschaltung (Lock-on) provozieren. Darüber hinaus bietet Griechenland auf dem Testgelände auf Kreta den Luftstreitkräften der USA, von NATO-Mitgliedstaaten, Israel, sowie der Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabiens, Katars und Indiens die Möglichkeit, mit dem S-300-System Ausbildungs- und Übungsprogramme durchzuführen.

Neben der Analyse der Eigenschaften der S-300-Systeme und der Entwicklung von Angriffstaktiken gegen derartige Ziele wird den Flugzeugen NATO-mitgliedstaatlicher Luftstreitkräfte auch Ausbildung in elektronischer Kriegsführung geboten. Den größten Nutzen aus diesem Ausbildungsbereich hat Israel gezogen, da Israel die iranische Luftverteidigung innerhalb weniger Tage total zerstört hat. Denn Israel führt die Ausbildung seiner Piloten gegen die in den Beständen des iranischen Heeres ebenfalls vorhandenen S-300-Systeme seit vielen Jahren auf Kreta durch. Bei gemeinsamen Übungen der israelischen und griechischen Luftstreitkräfte wurden diese Systeme häufig in der Rolle des Gegners eingesetzt.

Bis in die 2020er-Jahre hinein hatte die Republik Zypern kein neues Luftverteidigungssystem beschafft. Da jedoch die im Dienst befindlichen TOR M1- und Buk M1-2-Systeme den Anforderungen der modernen Kriegsführung nicht mehr gerecht wurden und die Ersatzteil- und Wartungsunterstützung aus Russland ins Stocken geriet, begann die Regierung damit, die funktionsunfähigen Systeme zu modernisieren.

Außerdem nahm Zypern, das seit Anfang der 2010er-Jahre seine militärischen Beziehungen zu Israel rasch ausgebaut hatte, im Jahr 2021 Verhandlungen über die Beschaffung eines neuen Luftverteidigungssystems auf. Ursprünglich war die Anschaffung des Iron-Dome-Systems vorgesehen, doch schließlich entschied man sich für das deutlich modernere Barak-MX-Luftverteidigungssystem.

Doğan Güreş, der 21. Generalstabschef der türkischen Streitkräften und 1997 als Abgeordneter amtierende, wies in Bezug auf die S-300 auf folgende Punkte hin: „Die Russen behaupten, es sei keine Angriffs-, sondern eine Verteidigungswaffe. Für ein Land mit geografischer Tiefe wie Russland mag diese Waffe eine Verteidigungswaffe sein, aber ein derartiges System, das nach Südzypern verlegt wird, ist für uns eine Angriffswaffe; denn es könnte unser in Silifke fliegendes Flugzeug problemlos treffen.“

Ausgehend von dieser Aussage lässt sich sagen: Werden die militärischen Beziehungen zwischen Südzypern und Israel, die im östlichen Mittelmeer gegen die Türkei gebildet wurden, betrachtet, stellt das Barak MX, ein System, das weit fortschrittlicher ist als die S-300, eine ernsthafte Bedrohung für Zypern und für unsere Luft- und Landestreitkräfte dar. Zugleich steht außer Zweifel, dass dieses System und sein Radar eine der wichtigsten Komponenten des israelischen Aufklärungsnetzes im östlichen Mittelmeer sein werden.

Israels neuer Schachzug im östlichen Mittelmeer: Das Barak-MX-Luftverteidigungssystem

Die von Israel Aerospace Industries (IAI) entwickelte Barak MX wurde entworfen, um Bedrohungen durch Kampfflugzeuge, UAVs, Marschflugkörper und taktische ballistische Raketen abzuwehren. Die Lenkwaffenfamilie umfasst die Barak ER (Reichweite ~150 km), die Barak LR (~70 km) und die Barak MR (~35 km). Zusammen mit elektronisch störfesten, fortschrittlichen Radarsuchköpfen, Dual-Impuls-Motoren und leistungsfähigen Gefechtsköpfen bieten diese Raketen eine hohe Abwehrleistung.

Dank ihres modularen Aufbaus, der eine Integration in Schiffe ermöglicht, tritt die Barak MX als kosteneffiziente Lösung für die Luftverteidigung hervor, die sich in bestehende Kommando-, Kontroll- und Sensornetzwerke einbinden lässt.

Eine der wichtigsten Komponenten des Barak-MX-Systems ist das von ELTA Systems entwickelte dreidimensionale, aktive elektronisch gesteuerte Phased-Array-Radar (AESA) auf Basis der Galliumnitrid-(GaN)-Technologie. Das Radar verfügt über eine Reichweite von etwa 500 km und kann gleichzeitig bis zu 1.100 Ziele detektieren und verfolgen. Außerdem kann das System innerhalb einer Reichweite von 100 km gegnerische Artillerieeinheiten lokalisieren und die Flugbahnen sowie Einschlagpunkte ankommender Artilleriegeschosse, Raketen und Mörsergranaten in befreundetem Gebiet vorhersagen.

Nach Israel und der griechisch-zyprischen Seite: Der dritte Akteuer – Griechenland

Wenn man die militärischen Beziehungen zwischen Israel und der griechisch-zyprischen Verwaltung im Kontext der türkischen Präsenz im östlichen Mittelmeer und in der Türkischen Republik Nordzypern (TRNZ) betrachtet, stellt das Barak-MX-System mit seinen Radar- und Sensorsystemen eine ernstzunehmende Bedrohung dar.

Insbesondere ermöglicht dieses System die Überwachung von Tests, Ausbildungs- und Übungsaktivitäten der türkischen Streitkräfte selbst in Friedenszeiten. Angesichts der geografischen Nähe Zyperns zur Türkei und des technologischen Niveaus des Systems wird das Barak MX nicht nur die Nordzypern-Region und die türkische Küste beobachten können, sondern zugleich eine der zentralen Komponenten des israelischen Geheimdienstnetzwerks im östlichen Mittelmeer darstellen.

Trainingsflug der griechischen Luftstreitkräfte | Anadolu Agency

Ein weiteres Land, das in diesem Zusammenhang nicht außer Acht gelassen werden darf, ist Griechenland. Es ist kaum vorstellbar, dass die griechisch-zyprische Verwaltung solche Systeme von Israel beschafft, ohne dabei gemeinsam mit Griechenland Entscheidungen zu treffen. Denn aus Sicht Griechenlands ist die griechisch-zyprische Seite – ebenso wie für Israel – einer der zentralen Akteure in der Strategie der Einkreisung der Türkei.

Im Lichte der jüngsten Entwicklungen in der Region hat Griechenland seine regionalen und globalen Interessen zunehmend auf die Ägäis und das östliche Mittelmeer konzentriert. In diesem Zusammenhang erhält Athen seine strategisch wichtigste Unterstützung von Israel.

Historisch betrachtet zeigt sich tatsächlich eine bemerkenswerte und dramatische Wandlung. Historisch gesehen standen sich Griechenland und Israel lange Zeit skeptisch und ablehnend gegenüber – doch die gegnerische Haltung gegenüber der Türkei hat beide Staaten letztlich zusammengeführt. Griechenland erkannte den Staat Israel erst 1990, also 42 Jahre nach dessen Gründung, offiziell an – und genau zu diesem Zeitpunkt begannen die bilateralen Beziehungen.

Historisch betrachtet zeigt sich tatsächlich eine bemerkenswerte und dramatische Wandlung. Historisch gesehen standen sich Griechenland und Israel lange Zeit skeptisch und ablehnend gegenüber – doch die gegnerische Haltung gegenüber der Türkei hat beide Staaten letztlich zusammengeführt. Griechenland erkannte den Staat Israel erst 1990, also 42 Jahre nach dessen Gründung, offiziell an – und genau zu diesem Zeitpunkt begannen die bilateralen Beziehungen.

Griechenland hat zu seinen militärischen Partnern neben den USA und Frankreich nun auch Israel hinzugefügt. Die Entwicklung der türkischen Verteidigungsindustrie und insbesondere der Fortschritt im Bereich bewaffneter und unbewaffneter Drohnentechnologie sowie deren operative Wirkung in den Konflikten in Syrien, Libyen und Bergkarabach werden von Griechenland mit großer Aufmerksamkeit verfolgt.

Vor allem die wachsende Präsenz der Türkei in der Ägäis und im östlichen Mittelmeer hat Athen dazu veranlasst, nach einer qualitativen Überlegenheit in diesem Bereich zu streben. In diesem Zusammenhang betrachtet Griechenland die hochtechnologischen Rüstungsprodukte Israels als Möglichkeit, die eigenen militärischen Fähigkeiten qualitativ zu verbessern.

Entsprechend werden zwischen den beiden Ländern Kooperationsaktivitäten im Bereich der Beschaffung von UAVs, Barak-MX-Luftverteidigungssystemen, Drohnenabwehrsystemen, Radaren, elektronischer Kriegssysteme, Mehrfachraketenwerfern (MLRS), Munition und Kommunikationssystemen fortgeführt. Zudem hat Israel im Rahmen eines bilateralen Abkommens ein Ausbildungszentrum für die griechische Luftwaffe errichtet, das für 22 Jahre betrieben werden soll. Dieses Zentrum, das nach dem Ausbildungssystem der israelischen Luftwaffe modelliert ist, zielt darauf ab, die operative Einsatzbereitschaft Griechenlands zu erhöhen.

Bayraktar TB3 und das Versorgungs- und Gefechtsunterstützungsschiff TCG DERYA auf See | Türkisches Verteidigungsministerium, X (Twitter)

Schlussfolgerung

Nach dem Bruch der Beziehungen zur Türkei versucht Israel, gemeinsam mit Griechenland und der Republik Zypern, eine neue Sicherheitsarchitektur aufzubauen – eine, die sich zwar auf das östliche Mittelmeer konzentriert, deren Einflussbereich sich jedoch von İpsala bis zu den Golanhöhen und dem Hermon-Berg erstreckt.

Dank seines hohen technologischen Niveaus und mit uneingeschränkter Unterstützung der USA hat Israel seit dem 7. Oktober 2023 nicht nur die regionalen Akteure, sondern auch den Einfluss Irans und seiner Stellvertreter im Nahen Osten geschwächt und ist zu einem regionalen Machtzentrum aufgestiegen.

Von dieser Entwicklung versuchen nun Griechenland und die Zypern-Republik zu profitieren. Für Israel stellen Griechenland und Zypern im geopolitischen Kontext des östlichen Mittelmeers eine Vorfront gegen die Türkei, einen strategischen Hafen und einen vorgelagerten Außenposten dar.

Jeder Staat kann seine militärische Kapazität im Namen der nationalen Sicherheit erweitern. Doch die übermäßige Aufrüstung Griechenlands und der Republik Zypern macht beide Länder gegenüber der Türkei letztlich verwundbarer statt sicherer. Betrachtet man das Beispiel der Ukraine, so zeigt sich, dass die Türkei – ein Land, das seit einem Jahrhundert im Zentrum zahlreicher Konflikte steht, keinen Krieg verloren hat, über eine starke Bevölkerung, eine leistungsfähige Verteidigungsindustrie und politisches Gewicht in der Weltpolitik verfügt – gerade durch diese Eigenschaften einen entscheidenden Abschreckungsfaktor darstellt.

Die Entwicklungen in der Ägäis, im östlichen Mittelmeer und im Nahen Osten deuten darauf hin, dass die Spannungen in naher und mittlerer Zukunft anhalten werden. Trotz aller Herausforderungen bleibt die Türkei ein staatlicher Akteur, der, sobald er eine Bedrohung gegen sich oder seine Verbündeten wahrnimmt, nicht zögert, seine militärische Stärke entschlossen einzusetzen. Wer feindliche Absichten gegenüber der Türkei hegt, darf diese Realität niemals außer Acht lassen.

Dieser Artikel wurde am 25.09.2025 auf der türkischen website der Stiftung für Türkiye-Studien veröffentlicht.

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